20.05. Nazikundgebung in der Innenstadt angreifen! NPD-Landesparteitag abgesagt.

Neuigkeiten aus Plauen: der sächsische NPD-Landesverband hat heute seinen für Sonntag, den 20. Mai angekündigten Landesparteitag in der Plauener Festhalle abgesagt. Die Gründe dafür liegen in zwei Klauseln im Mietvertrag für die Festhalle. Zum einen forderte die Stadt eine Haftpflichtversicherung – die NPD war jedoch nicht in der Lage, rechtzeitig einen Versicherer zu finden. Zum anderen sollte sich die NPD verpflichten, „kein rassistisches, antisemitisches oder antidemokratisches Gedankengut zu verbreiten“. Dass dieser Paragraph nicht eingehalten werden kann, ist selbstredend. (Vgl. FREIE PRESSE)

Dennoch gibt es für den Sonntag keine Entwarnung: als Ersatz für den geplatzten Parteitag findet mit dem selben Line-Up eine auf 200 Personen angemeldete Kundgebung der NPD von 11 bis 17 Uhr auf dem Klostermarkt im Plauener Stadtzentrum statt. Zwar ist es ein organisatorisches Fiasko für die NPD, den Landesparteitag verschieben zu müssen und sich erneut auf die langwierige Suche nach einem geeigneten Veranstaltungsort zu begeben. Gleichzeitig heißt das aber auch, dass die NPD nun zur besten Sendezeit am Sonntag Nachmittag ihre nationalistische Scheiße unter dem Deckmantel der Kapitalismuskritik im Stadtzentrum verbreiten darf.

Nach der rassistischen Kundgebung am 29.10. und dem Heulmarsch der RNJ am 14.04. ist dies nun die dritte Naziveranstaltung im Stadtzentrum Plauens innerhalb von 7 Monaten. Keinesfalls darf sich nun darauf ausgeruht werden, dass der NPD-Landesparteitag nicht stattfinden kann.

Wir rufen daher ab Sonntag 11 Uhr zu dezentralen Aktionen in der Innenstadt auf – konsequent, militant und unberechenbar.

20.05. Plauen – NPD-Landesparteitag verhindern!

Am 20.05.2012 plant der NPD-Landesverband Sachsen, in der Plauener Festhalle seinen 20. Landesparteitag abzuhalten. Anwesende Redner werden Holger Apfel (NPD-Parteivorsitzender), Mario Löffler (sächsischer NPD-Landesvorsitzender) und Tomáš Vandas (Parteivorsitzender der tschechischen Ultranationalisten DSSS) sein. Des Weiteren werden mit Frank Rennicke und „Fylgien“ zwei Nazi-Liedermacher vor Ort sein. Hinter dem Pseudonym „Fylgien“ verbirgt sich Sebastian Döhring aus Berlin, der unter anderem zur Bundestagswahl 2009 für die Berliner NPD kandidierte. Das Thema des Landesparteitags lautet „Deutschlands Ausverkauf verhindern – Raus aus dem Euro!“. Geplanter Beginn der Veranstaltung ist 11 Uhr.

In den vergangenen Jahren erlaubte die Stadt Plauen durch eine Satzungsänderung der CDU und der FDP politische Veranstaltungen in der Festhalle durchzuführen. Zuvor war dies nicht möglich. Dies rief die NPD auf den Plan, die nun ihrerseits die Räumlichkeiten für einen Parteitag zu nutzen beabsichtigte. Ein erster Versuch im Januar 2012 scheiterte daran, dass die Leitung der Festhalle kurzfristig die Halle für eine andere Veranstaltung vergab. Daraufhin reichte die NPD Klage vor dem Chemnitzer Verwaltunsgericht ein. Letztendlich einigten sich Stadt und NPD-Landesverband vor Gericht auf einen Vergleich.

Seit der Eröffnung des NPD-Bürgerbüros in der Plauner Innenstadt (Adresse: Rädelstraße 12) im September 2010 versucht der sächsische Landesverband gezielt, in der größten Stadt des Vogtlandes Fuß zu fassen. Mit Arne Schimmer wurde sogar ein Angehöriger des Bundesvorstands nach Plauen entsandt. Zuvor wurde der vogtländische NPD-Kreisverband in internen Mails der NPD als inaktiv und inkompetent kritisiert. Am 16.04.2011 fand in Plauen erstmals ein „Trauermarsch“ statt, welcher von der Kameradschaft RNJ veranstaltet und von der NPD beworben wurde. Es folgte eine vom NPD-Kreisverband angemeldete rassistische Kundgebung „gegen kriminelle Ausländer“ mit über 100 TeilnehmerInnen am 29.10.2011 und der zweite Durchgang des Trauermarsches am 14.04.2012, bei dem etwa 180 Nazis anwesend waren. Dieser wurde wiederum vom NPD-Kreisverband unterstützt.

Wir werden es nicht widerspruchslos hinnehmen, dass der NPD Raum für rassistische und nationalistische Propaganda gelassen wird. Deshalb rufen wir alle AntifaschistInnen dazu auf, am 20. Mai in Plauen den Parteitag in der Festhalle dezentral zu stören und diesen gezielt zu verhindern.

Weitere Infos in den kommenden Tagen auf agv.blogsport.de

8. Mai: Tag der Befreiung

Am 8. Mai 1945 endete der zweite Weltkrieg mit der bedingungslosen Kapitulation Nazideutschlands. Damit beendeten die Truppen der Alliierten einen verbrecherischen Angriffskrieg, der von deutschem Boden ausging. Für uns ist der 8. Mai ein Grund zum Feiern, denn er steht für die Niederlage des NS-Regimes und damit für das Ende der industriellen Massenvernichtung von JüdInnen, Sinti und Roma, Homosexuellen und anderer Menschen, die nicht dem Weltbild der Nazis entsprachen oder die sich der Nazidiktatur widersetzten.

Etwa 20 PlaunerInnen nahmen gestern an der vom vogtländischen VVN/BDA veranstalteten Gedenkfeier zum Tag der Befreiung auf dem Plauner Hauptfriedhof in Reusa teil. Neben VertreterInnen von VVN, Linkspartei und dem Stadtrat waren auch einige AnwohnerInnen präsent.

Während des Gedenkens stellten sich auch etwa 5 Nazis, die offensichtlich der RNJ Vogtland angehörten, mit Transparenten in der Nähe des Friedhofseingangs auf. Wie zu erwarten war, jammerten sie über die Niederlage und den Untergang ihres tausendjährigen Reiches – auf Grund des ungünstigen Standortes leider ohne großartige Publikumsresonanz. Wir meinen dazu: Heult doch! Ihr habt den Krieg verloren, und für uns ist und bleibt der 8. Mai ein Grund zum Feiern.

1. Mai Hof: Friedrich, Freude, Bratwurstbuden!

Nun, am morgigen Dienstag soll es also soweit sein: die Faschisten des Freien Netz Süd (FNS) marschieren durch die Hofer Innenstadt.
An dieser Stelle fragt sich mensch, wie es dazu kommen kann, dass dies ohne nennenswerte Gegenwehr passieren kann? Wie kommt es dazu, dass bis jetzt von Seiten der Stadt keine klare Aussage über die Route der Faschisten gemacht wurde?
Und wie kann es sein, dass vom umjubelten Bündnis “Hof ist bunt” kein einziger Blockadeaufruf gewagt wurde, stattdessen engagierte Antifa-Gruppen und -Aktionen unter ständiger Kriminalisierung leiden müssen?
(mehr…)

[Plauen] Trauermarsch verhindern – noch zwei Tage!

Nur noch zwei Tage bis zum 14.04.2012, an dem zum zweiten Mal in Folge Nazis unter Federführung der RNJ eine Runde durch Plauen marschieren wollen. Die Aufgabe antifaschistisch aktiver Menschen ist klar – um die Nazis richtig zum Heulen zu bringen, ist antifaschistische Selbsthilfe in Form von Blockaden nötig.

Zur RNJ Vogtland und dem ersten Trauermarsch 2011
Am 16.04.2011 marschierten etwa 120 Nazis weitestgehend ungestört eine Runde durch die Innenstadt von Plauen. Hintergrund dessen war der durch die noch sehr junge Kameradschaft RNJ Vogtland erstmals durchgeführte Trauermarsch, der sich unter dem Motto „Im Gedenken an die deutschen Opfer“ auf die Bombardierung Plauens am 10.04.1945 bezog. Bereits im Vorfeld war es zu verstärkten Naziaktivitäten im Vogtland wie z.B. Transparentaktionen gekommen. Die kurze Mobilisierungszeit von nur etwa sechs Wochen nach Bekanntwerden der Nazidemonstration sowie die Tatsache, dass die lokalen linken und zivilgesellschaftlichen Strukturen noch vergleichsweise unerfahren vor dem Problem eines kurzfristigen Naziaufmarsches standen, führten dazu, dass sich nur wenige Menschen den Nazis entgegenstellten. Zwar kam es neben einer Bündnisdemo mit etwa 600 Teilnehmer_Innen zu vereinzelten Blockadeversuchen, diese waren jedoch dem Großaufgebot der Polizei nicht gewachsen. Skandalös war hierbei die Tatsache, dass die Nazis ihre geschichtsrevisionistische Agenda unter Polizeischutz in wenigen Metern Entfernung von derjenigen Stelle abhalten durften, an der sich bis zur Pogromnacht im November 1939 die Plauener Synagoge befand.

Hinter dem Kürzel „RNJ Vogtland“ verbirgt sich eine hauptsächlich im oberen Vogtland zwischen Auerbach, Ellefeld, Rodewisch und Falkenstein verankerte Kameradschaftsstruktur, die seit 2010 besteht und mit dem ersten Trauermarsch im April 2011 in Plauen erstmals öffentlich in Erscheinung getreten ist. Seitdem führte die RNJ unter anderem einen Spontanaufmarsch unter dem Label „Die Unsterblichen“ in der Kleinstadt Rodewisch durch und nahm an mehreren überregionalen Nazidemonstrationen wie z.B. in Dortmund, Stolberg und Wunsiedel teil. Als führende Köpfe der RNJ gelten unter anderem der ehemalige Nürnberger „Anti-Antifa“-Aktivist Eric Thümmler aus Gottesberg (bei Tannenbergsthal), Kevin Pahnke aus Reichenbach (ehemals in Naziskin-Kreisen wie z.B. den Kameradschaften „Braune Teufel Vogtland“ und „Rechte AktionsFront Sektion Reichenbach“ aktiv) und Rico Döhler aus Ellefeld, welcher früher bereits als NPD-Bezirksvorsitzender von Schwaben und NPD-Kreisvorsitzender von Plauen in Erscheinung getreten war. Charakteristisch an der RNJ ist zum einen die Tatsache, dass sie den Spagat zwischen der traditionellen Nazi-Skinhead-Szene, den freien Kameradschaften und den Strukturen der NPD schafft, zum anderen der relative junge Altersdurchschnitt des Umfelds der Kameradschaft, welcher offensichtlich vor allem dem als jugendlich und scheinbar „autonom“ transportierten Aktionismus der RNJ geschuldet ist.

Ausblick 2012
Es ist davon auszugehen, dass am 14.04.2012 wesentlich mehr Nazis am Trauermarsch teilnehmen werden als im vorherigen Jahr. Darauf lassen vor allem die intensive Zusammenarbeit der RNJ mit dem mobilisierungsstarken „Freien Netz Süd“ sowie die Rednerliste schließen, welche mit Maik Müller aus Dresden und Matthias Fischer aus Fürth zwei sehr populäre Kader aus dem Spektrum der „Freien Kameradschaften“ enthält. Ursprünglich war auch Axel Reitz aus Köln angekündigt – dieser befindet sich jedoch zur Zeit in Untersuchungshaft.

Doch es ist mit Widerstand zu rechnen. Zwar verfolgen die Stadt Plauen, der Oberbürgermeister Oberdorfer sowie die CDU- und FDP-Fraktionen im Stadtrat wie bereits 2011 eine gezielte Strategie der Desinformation sowie Kriminalisierung antifaschistischen Engagements (die AGV berichtete). Dennoch mobilisieren sowohl die antifaschistischen Gruppen des Vogtlandes (AGV) als auch das „Aktionsbündnis Vogtland gegen Rechts“ weiterhin zur gezielten Blockade des Naziaufmarsches.

Im Vorfeld: Nazipropaganda vs. antifaschistische Stadtreinigungsbrigade
Vom 06.04. an führte die RNJ in Plauen eine regelrechte Propagandaoffensive durch. Neben Flyerverteilungen und Plakatieraktionen hängten die Nazis in der Nacht zum 09.04. mindestens sechs Transparente im Stadtbereich auf. Womit die RNJ nicht gerechnet hätte – genauso gut hätte sie sich den Aufwand auch sparen und das Geld für die Plakate und Transparente in den Abfluss kippen können. Ein Großteil der Plakate hing nicht einmal eine Nacht lang, mehrere hundert Flyer wurden durch ein antifaschistisches Angelkommando aus den Briefkästen zurückgeholt und auch die Transparente, deren Öffentlichkeitswirksamkeit aufgrund sehr abstrakter Sprüche wie „Die Mörder von damals bombardieren noch heute“ sowieso zweifelhaft waren, konnten nach wenigen Stunden entfernt und dem Reißwolf zugeführt werden. Auch ein am Morgen des 11.04. erneut gehängtes Transparent konnte sich nicht etablieren und verließ im Laufe des Tages still und leise seinen Platz.

Währenddessen führten Antifaschist_Innen in den letzten Wochen eine Infotour durch verschiedene Städte durch, um auf die Gefahr der Etablierung eines dritten Nazigroßaufmarsches in Sachsen hinzuweisen und zur Teilnahme an Störaktionen am 14.04. aufzurufen. Des Weiteren kam es am Abend des 05.04.2012 zu einer kurzen antifaschistischen Spontandemonstration mit etwa 20 Teilnehmer_Innen durch die Innenstadt Plauens, um Anwohner_Innen und Passant_Innen auf die zunehmende Verankerung rechter Strukturen im Vogtland aufmerksam zu machen. Dabei wurden mehrere hundert Infoflyer verteilt.

Expect Resistance! Die Nazis zum Heulen bringen!
Niemals sollte vergessen werden, dass es sich bei dem Trauermarsch der RNJ um eine Leugnung der Kriegsschuld Deutschlands, um eine Verhöhnung der Millionen Opfer des Nationalsozialismus und zudem um ein Verschweigen der zentralen Rolle Plauens für den Aufstieg der NSDAP in Sachsen sowie für die nationalsozialistische Kriegsmaschinerie handelt. Es darf unter keinen Umständen hingenommen werden, dass diese abstruse und gefährliche Form des „Gedenkens“ unter dem Schutz schwerbewaffneter Polizeieinheiten und der stillen Duldung der Stadt, die nunmehr im Mantel eines weit entfernten Bürgerfests daherkommt, stattfindet. Um dem Opferkult der Nazis effektiv entgegenzutreten, ist es also bitter nötig, dass sich aktive Antifaschist_Innen am 14.04. zahlreich auf den Weg nach Plauen begeben.

Natürlich ist davon auszugehen, dass auch in diesem Jahr wieder massig Polizeikräfte vor Ort sind, um mit aller Härte gegen jegliche Blockadeversuche vorzugehen. Aus diesem Grund empfiehlt die AGV, als Ausgangspunkt die angemeldeten Kundgebungen bzw. Demonstrationen vom DGB und der Linksjugend/Solid zu nutzen. Von 10 bis 17 Uhr findet am Gewerkschaftshaus in der Martin-Luther-Straße 42 eine stationäre Kundgebung statt. Ausgehend von diesem Punkt wird sich ab 10 Uhr eine Verdi-Demonstration in Richtung Albertplatz in Bewegung setzen, wo sie mit der späteren Naziroute in Berührung kommt. Als Alternative zur Anreise und aktiven Demoteilnahme wurde auch die Demo der Linksjugend-SOLID beworben, die jedoch zur Zeit noch durch die Ordnungsbehörden auf Eis gelegt ist.

Lasst uns gemeinsam den Naziaufmarsch in Plauen zum Desaster machen!

[14.04.] Update – Anreise, Naziroute, Infos

Ab sofort findet ihr unter http://agv.blogsport.de/aktuelle-infos-zum-14-04/ stetig aktualisierte Infos zu den Gegenaktivitäten am 14.04.
AKTUALISIERT 13.04. 15:30 UHR
Lasst uns gemeinsam den Naziaufmarsch ein für alle Mal zum Desaster machen!

1. ANREISE / ANLAUFPUNKTE ZU GEGENAKTIVITÄTEN

- Zur Anreise und als stetigen Anlaufpunkt empfehlen wir euch, die stationäre Kundgebung des DGB am Gewerkschaftshaus in der Martin-Luther-Straße 42 zu nutzen. Die Kundgebung ist von 10 bis 17 Uhr angemeldet.
- Vom DGB-Haus wird sich ab 10 Uhr eine Verdi-Demonstration in Richtung Albertplatz in Bewegung setzen (siehe Punkt 2: Naziroute).
- Die Demo der Linksjugend-SOLID ist nun nach Beschluss des Oberverwaltungsgerichts verboten. Es ist davon auszugehen, dass dieses Verbot bestehen bleibt. Kommt also alle zum DGB-Haus!

2. NAZIROUTE

Treffpunkt der Nazis ist am Samstag um 13 Uhr am Parkplatz Hohe Straße in der Nähe des Oberen Bahnhofs. Deswegen: Zuganreisende, passt auf euch auf, bewegt euch in größeren Gruppen, achtet evtl. auf fotografierende Nazis. Nach einer Auftaktkundgebung haben die Nazis vor, über die Bahnhofstraße, am Albertplatz vorbei, durch die Fußgängerzone (immer noch Bahnhofstraße) ins Zentrum zum Theaterplatz zu laufen. Dort soll eine Zwischenkundgebung der Nazis stattfinden. Von da aus geht die geplante Route weiter über die Melanchtonstraße, die Ziegelstraße, die Weststraße und die Friedensstraße zurück zum Auftaktkundgebungsort Hohe Straße.

zur Karte:
(1) bezeichnet den Nazitreffpunkt und im Anschluss die Naziroute
(2) bezeichnet die stationäre Kundgebung am DGB-Haus und im Anschluss die Verdi-Demo

3. INFRASTRUKTUR

Infotelefon: 03741/201695
EA: 03741/55760
Ticker (WAP): agvticker.hopto.org
Ticker (HTML/Smartphone): ticker.heliohost.org

[Plauen] Naziaufmarsch am 14.04. – Protest unerwünscht

Hintergründe
Am 14.04.2012 plant die lokale Kameradschaft „RNJ Vogtland“ bereits zum zweiten Mal die Durchführung eines Trauermarsches unter dem Motto „Im Gedenken an die deutschen Opfer“. Im ersten Durchgang konnten am 16.04.2011 etwa 120 Nazis weitestgehend ungestört durch Plauen marschieren. Nach den allseits bekannten jährlichen Naziaufmärschen in Dresden und Chemnitz sieht sich damit seit vergangenem Jahr mit Plauen eine weitere Stadt in Sachsen mit dem geschichtsverdrehenden Jammern gedenkwütiger Nazis konfrontiert. Seit dem ersten Trauermarsch hat die noch relativ junge RNJ scheinbar an Aufwind gewonnen und ist besonders im vogtländischen Hinterland zwischen Rodewisch, Auerbach, Ellefeld und Falkenstein sehr präsent. Offensichtlich unterhält sie gute Kontakte zum „Freien Netz Süd“, zum „Freien Netz Erzgebirge“ und zu diversen anderen Kameradschaften wie der KAL (Kameradschaft Aachener Land) und dem „Aktionsbüro Mitte“. Ebenfalls sind personelle Überschneidungen mit lokalen NPD-Strukturen zu verzeichnen. Sowohl die Antifaschistischen Gruppen des Vogtlandes (AGV) als auch das „Aktionsbündnis Vogtland gegen Rechts“ mobilisieren unterdessen zu Blockaden, um in diesem Jahr den Naziaufmarsch zu verhindern. (1) (2)

Das Schweigen der Provinzfürsten
Bereits im Jahr 2011 war der Umgang der öffentlichen Stellen der Stadt Plauen mit dem Naziaufmarsch von Ignoranz und Unkenntnis geprägt. Nachdem die wenigen Blockadeversuche mit Hilfe eines riesigen Polizeiaufgebots erstickt wurden, konnten etwa 120 Nazis weitestgehend ungehindert zuerst an der ehemaligen Synagoge vorbeimarschieren, anschließend ein Viertel passieren, in dem 1939 besonders viele Deportationen jüdischer BürgerInnen stattgefunden hatten, und schließlich eine Zwischenkundgebung in Sicht- und Rufweite der ehemaligen Synagoge abhalten (3). Mehr staatlich geduldeten und geschützten Geschichtsrevisionismus kann sich selbst ein phantasievoller Mensch nicht vorstellen. Bereits vor der Nazidemonstration war es zu einem Eklat gekommen – nachdem die RNJ Vogtland auf der jährlich stattfindenden städtischen Gedenkveranstaltung auf dem Plauener Hauptfriedhof eine schwarz-weiß-rote Flagge niedergelegt hatte, ließ es sich Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer nicht nehmen, vor eben dieser Flagge das Gedenken durchzuführen. Das Bild des Bürgermeisters vor der Reichsflagge erschien tags darauf in sämtlichen Lokalzeitungen und löste vor allem Spott und Verwunderung aus – eine ernsthafte Diskussion der städtischen Gedenkpraxis blieb dem Bürgermeister jedoch erspart.
Hätten leicht naive Geister noch Hoffnungen auf einen Lerneffekt seitens der Stadt und Oberbürgermeister Oberdorfer gehofft, dürften sie nun im Jahre 2012 bitter enttäuscht worden sein. Von Beginn an forcierten konservative Lokalpolitiker gemeinsam mit dem Ordnungsamt eine Taktik der Täuschung, Vertuschung und Verharmlosung im Hinblick auf den bevorstehenden Naziaufmarsch. So dementierte Oberdorfer wider besseres Wissen bis vor wenigen Wochen im Stadtrat die Tatsache, dass überhaupt eine Nazianmeldung für den 14.04.2012 vorliegen würde. Als der genannte Sachverhalt nicht mehr zu leugnen war, sprach sich Oberdorfer beim eigens gegründeten „Runden Tisch gegen Rechtsextremismus“ für eine räumlich klar getrennte Gegenveranstaltung, welche am besten noch an einem anderen Tag stattfinden solle, aus. Mittlerweile ist bekannt, dass die von offizieller Seite beworbene „Protest“-Veranstaltung am 14.04.2012 ab 11 Uhr auf dem Altmarkt stattfinden wird – mehrere hundert Meter von der Naziroute entfernt. (4) Hingegen wurden verschiedene Gegenkundgebungen und –demonstrationen, welche in unmittelbarer Nähe der Naziroute verlaufen sollten, durch das Ordnungsamt verboten oder in entferne Stadtgebiete verlegt. Dass eine politische Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit Plauens unerwünscht ist, zeigt eine weitere aktuelle Begebenheit: angeblich um „rechten Störern“ kein Podium zu bieten, wurde ein Geschichtsvortrag des Historikers Mike Schmeitzner über den aus Plauen stammenden NS-Gauleiter Martin Mutschmann auf Weisung des Oberbürgermeisters aus dem Rathaussaal verbannt und musste an einem Ersatzort stattfinden. (5)

Protest? Aber bitte mit Vorsicht.
Der eilig ins Leben gerufene „Runde Tisch gegen Rechtsextremismus“, an dem sich Parteien- und Kirchenvertreter die Klinke in die Hand geben, ist als ein Versuch zu werten, den Protest gegen den Naziaufmarsch in geordnete Bahnen zu lenken, Blockaden zu diffamieren und das Lager der Protestierenden in „gut“ (demokratisch) und „böse“ (linksextremistisch) zu spalten. Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit den ideellen Überschneidungen von Nazis und städtischer Gedenkpolitik soweit ein konsequentes Entgegentreten gegen den Aufmarsch der RNJ wird als störend empfunden und in Ansätzen mit der Vereinnahmung des Protests unterbunden. Mit Hilfe des „Runden Tischs“ schafft sich die lokale Elite um Oberdorfer, CDU und FDP ein Podium, um sich als „wahre Demokraten“ zu stilisieren, welche die Stadt Plauen sowohl vor Nazis als auch marodierenden Autonomen bewahrt.

Dennoch gilt für uns nach wie vor – den Naziaufmarsch am 14.04.2012 stören, blockieren und verhindern!

(1) Aufruf der antifaschistischen Gruppen des Vogtlandes
(2) Überblick über Mobiveranstaltungen
(3) Die Plauner Synagoge an der Ecke Senefelder Straße / Engelstraße wurde am 9.11.1939 während der Pogromnacht niedergebrannt.
(4) Quelle: Move Vogtland
(5) Quelle: Move Vogtland

!!!INFO!!! Nazikundgebungen in Hof und Pegnitz am 31.03. 2012

Für den morgigen Samstag (31.03.2012), hat das Freie Netz Süd (FNS) per Eilanmeldung eine Kundgebung an der Hofer Stadtpost angesetzt. Von 16:00 bis 18:00 Uhr wollen die Faschist_innen diesen Platz für sich beanspruchen. Angemeldet ist diese Kundgebung für 50 Personen. Unseren Einschätzungen zufolge ist jedoch mit einem größeren Aufgebot zu rechnen. Diese Kundgebung, wird seit Jahren der erste Auftritt der Faschist_innen in Hof sein. Deshalb, und wegen ihrer Mobilisierung für den ersten Mai, wird das FNS starke Präsenz zeigen wollen. Aufgrund der überregionalen Vernetzung dürfte auch die Umsetzung kein Problem für die Nazis werden.
[UPDATE] Außerdem wurde uns bestätigt, dass mehrere Busse der Faschist_innen anreisen werden. Es ist also mit mehreren hundert Nazis zu rechnen!

Örtliche Kirchen und die Stadt Hof haben eine Mahnwache in der Altstadt für 15:30 Uhr angemeldet.
Vorweg soll bereits von 11.30 bis 13.30 Uhr unter dem gleichen Motto eine Kundgebung in Pegnitz stattfinden, die dann später in Hof wiederholt wird.

Also

Treffpunkt für Hof:
Altstadt – 15:30 Uhr

Geht auf die Straße und beteiligt euch an Gegenaktionen! Zeigt den Nazis, dass wir sie hier weder brauchen, wollen noch dulden!

Autonome Antifa Hof & Antifaschistische Gruppen des Vogtlands

1. Mai in Hof…

1. Mai

Der erste Mai ist für alle Arbeiter_innen, ebenso wie für Erwerbslose, Schüler_innen und Studierende, der Tag des Widerstandes gegen Ausbeutung und Unterdrückung. Weltweit gehen an diesem Tag Menschen auf die Straßen um für Frieden, Gerechtigkeit und ein besseres Leben zu demonstrieren.
Am ersten Mai 2012 aber, wollen Nazis aus dem ganzen Süden des Landes nach Hof kommen, um dort unter dem Deckmantel „Zeitarbeit abschaffen“ ihre rassistische Hetze und Hasspropaganda zu verbreiten. Sie erheben den Anspruch, die soziale Frage durch eine „nationalistische Volksgemeinschaft“ lösen zu können. Ihre Zielgruppen sind dabei arbeitslose und sozial benachteiligte „Deutsche“.
(mehr…)

[Reichenbach] Nazisprühereien in der Innenstadt

Wie die „Freie Presse“ berichtet, kam es in der Nacht vom Sonntag zum Montag zu einer Reihe von Nazisprayereien im kompletten Stadtgebiet von Reichenbach. Neben Wänden wurde auch eine Autowerkstatt sowie ein Pavillion im Stadtpark beschmiert. Unter anderem wurden Hakenkreuze, SS-Runen und eine Triskele gesprayt. Es ist fraglich, ob sich die auf Bürgernähe bedachte Reichenbacher Naziszene damit besonders viele Freunde in der Öffentlichkeit machen konnte. Die offiziellen Reaktionen der Politik lassen inzwischen wie immer zu wünschen übrig – der Reichenbacher CDU-Oberbürgermeister spricht in der Freien Presse von „Chaoten und Idioten“, die der Stadt mit der Entfernung der Sprayereien dringend benötigtes Geld wegnehmen. Eine politische Verurteilung der Nazisprühereien hingegen erfolgte nicht.

Quelle: http://www.freiepresse.de/LOKALES/VOGTLAND/REICHENBACH/Polizei-ermittelt-zu-Nazi-Schmierereien-in-Reichenbach-artikel7931973.php



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