Archiv für Mai 2009

Dem „Nordlicht“ das Licht ausschalten – Kundgebung am 16. Mai gegen die Eröffnung des Naziladens „Nordlicht“ in Netzschkau


Kleidung, Anstecker, Fahnen, rassistische und antisemitische Tonträger:
Die Palette des Warenangebots für Nazis ist lang. Die offensichtliche
Verharmlosung und Verherrlichung des Dritten Reichs ist die Grundlage
vieler vertriebenen Produkte.

Doch Naziläden bedienen nicht nur die eigene Szene mit ihren
Erzeugnissen, sondern sind auch immer ein wichtiger Anlaufpunkt für ihre
Strukturen und dessen Sympathisant_innen vor Ort.

Durch das Verknüpfen von ästhetischem Aussehen und dem positiven Bezug
zur Kolonialzeit oder das Verwenden von Symbolen mit
nationalistisch-völkischen Ursprung, versuchen Nazimarken auch über ihre
eigene Käuferschicht hinaus, Fuß in der Gesellschaft zu fassen.
Beispiele sind hier Thor Steinar oder Erik and Sons.

Netzschkau ist eine vogtländische Kleinstadt neben Mylau und
Reichenbach, welche alle keine unbekannten Orte sind: Brandanschläge, Körperverletzungen, Beleidigungen, Aufmärsche und auch regelmäßige Veranstaltungen zu Ehren des Hitlerstellvertreters Rudolf Hess, gehen auf das Konto der hier vorhandenen Nazistrukturen. Zwar hat nun die Stadt Mylau „ihren Problemladen – Ragnarök“ los, indem sie die Immobilie in der Hainstraße 8 aufgekaufte, jedoch verlagert sich die eigentliche
Problematik nur territorial um.

Der Vermieter des neuen Objektes trat aufgrund von angeblicher
Unwissenheit in das Mietverhältnis mit Thomas Meisser, der
Kreisvorsitzende der NPD in Greiz und Nachfolger des ehemaligen
„Ragnarök“ Besitzers Olaf Martin, ein.

Doch die angebliche Unwissenheit ist keine Rechtfertigung für ein
weiteres Aufrechterhalten des Mietvertrages.

Deshalb fordern wir den Vermieter auf, ein sofortiges Bemühen um die
Auflösung des Mietverhältnisses anzustreben und sich deutlich und
konsequent gegen Nazis und deren Handel(n) zu positionieren!

„Nordlicht“ das Licht ausschalten!