Archiv für Januar 2010

„Zivilcourage-für Toleranz und Vielfalt“ Demo in Limbach/Oberfrohna

Am 23.01.2010 findet eine Demonstration unter dem Motto „Zivilcourage – für Toleranz und Vielfalt“ in Limbach-Oberfrohna statt.Mit dieser Demonstration wollen wir unseren Unmut gegenüber rechter Gewalt und Propaganda-Veranstaltungen in Limbach-Oberfrohna kund tun. Doch warum gerade jetzt diese Demonstration? Anlass bietet eine erst kürzlich erschienene Antwort auf eine „Kleine Anfrage“ an die Staatsregierung. Es wurde angefragt, wie viele Veranstaltungen und Straftaten zwischen 2004-2009 in Limbach-Oberfrohna als rechtsextremistisch eingestuft werden. Es ging hervor, dass es seit 2004 zehn solcher Veranstaltungen und über 70 solcher Straftaten gab. Die Dunkelziffer liegt noch wesentlich höher. Diesen Tendenzen müssen wir gemeinsam entschieden entgegentreten, damit alle friedlich und sicher leben können.

Da die meisten dieser Veranstaltungen in der Gaststätte Mannheim stattfanden, gilt dieser Gaststätte bei der Demonstration unser Hauptaugenmerk. Veranstaltungen in diesem Restaurant erreichen eine Vielzahl von Teilnehmern, das rechte Gedankengut wird schnell verbreitet. Dies gilt es zu verhindern und entschieden entgegenzutreten, damit sich schreckliche geschichtliche Ereignisse wie 1933 und den Folgejahren nicht wiederholen.
Was sind die angedachten Forderungen dieser Demonstration?
- Limbach-Oberfrohna soll für rechtes Kulturgut keinen Nährboden finden.
- Veranstaltungen von rechten Organisationen sollen nicht mehr in Limbach-Oberfrohna stattfinden.
- Wir fordern eine Stadt, in der Gewalt und Intoleranz keinen Platz haben.
- Wir fordern faire Voraussetzungen für eine freie Jugendarbeit, die allen Jugendlichen gleichberechtigte
Möglichkeiten bietet, sich einzubringen, sich gewaltfrei und friedlich auseinander zusetzen und in der
niemand allein gelassen wird.
-Wir fordern einen Runden Tisch gegen Gewalt und für Toleranz

Um diese Forderungen durchzusetzen, ist die Zivilcourage aller Bürger der Stadt gefragt. Jeder sollte den Mut haben, sich offen gegen Gewalt zu stellen und dabei mit der Unterstützung aller anderen rechnen können.
Durch Ignoranz und Totschweigen wird sich die Lage in Limbach-Oberfrohna nicht ändern. Der Ratgeber Angst ist ebenfalls fehl am Platze. Um gegen rechte Tendenzen wirkungsvoll vorgehen zu können, benötigen wir eine breite Masse.Ein Zitat von Martin Niemöller, ehemaliger Kirchenpräsident von Hessen und Nassau und 1938-1945 KZ-Häftling, beweist, wie wichtig Solidarität gegen Rechts ist: „Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist. Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat. Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich nicht protestiert; ich war ja kein Gewerkschafter. Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestierte.“
Der Aufruf lautet wie folgt:
Zeigen Sie Solidarität, Zeigen Sie Ihr Gesicht gegen Rechts. Unterstützen Sie unser Anliegen, ein gewaltfreies Limbach-Oberfrohna zu schaffen und werden Sie Teilnehmer dieser Demonstration.

Mit freundlichen Grüßen
Bündnis Buntes Limbach

Erst heute erschienen neue Nazisprüherein an einer Schule. (siehe Bilder)
Auch ist die Anfrage im sächsischen Landtag sehr aufschlussreich.
Infos auf www.bunteslimbach.blogsport.de
Über die Vorkommnisse und Hintergründe in und um Limbach Herum:
http://www.bnr.de/content/bilder-aus-der-saechsischen-provinz
http://m-s-g-n.de/index.php5?go=broschuere-6-raeume ( zweiter Abschnitt)
http://bunteslimbach.blogsport.de/
http://moritz-thielicke.de/