Archiv für Mai 2014

31.05// Mobiveranstaltung „Keine Zukunft für Nazis“

Am 31.05 um 19 Uhr findet vor dem Konzert

eine Mobiveranstaltung rund um den sogenannten „Tag der deutschen Zukunft“ statt.
Es wird Info`s zum Tag selber aber auch zur gemeinsamen Anreise geben.

No Pasaran

14.05 Wahlkampfveranstaltung der AfD in Plauen

Ca. 30 überwiegend junge Menschen versuchten gestern an der im Malzhaus stattfindenden AfD-Wahlveranstaltung teilzunehmen und diese kritisch zu begleiten. Dies wurde ihnen verwehrt bzw. war nur gegen Abgabe der Ausweisdaten und bei intensiver Taschenkontrolle möglich. Einzeln abgelehnt, versuchte die Gruppe nun geschlossen, betont gewaltfrei (mit den Händen in den Taschen) an den Securitys vorbei zu laufen. Einige drangen bis in den Vorsaal vor, andere wurden schon an der Eingangstür von den mitgebrachten Securitys und übereifrigen Parteimitgliedern abgefangen und gewaltsam raus geschmissen. Dabei wurden Tritte und Schläge ausgeführt, zumeist in Gesicht und Nacken. Einer der Securitys legte dabei Quarzsandhandschuhe an.

Nach dem gewaltsamen Rausschmiss versuchten Securitys und Pateimitglieder die betreffenden 30 Menschen zu Gewalttaten zu provozieren, wahrscheinlich um Anzeigen und Festnahmen zu rechtfertigen.
Es fielen Sätze wie „Na, habt ihr noch Bock“ „Los, alle gegen mich!“ „Habt ihr noch Eier?“ „Ihr seid so lächerlich!“
Ältere Personen, die an der Veranstaltung teilnehmen durften, berichteten, dass ein älterer Besucher, nachdem er sich im Foyer AfD kritisch geäußert hatte, nicht mehr zurück in den Veranstaltungraum durfte. Nachdem er das trotzdem tat – um seine Sachen zu holen – wurde er von einem Security brutal attackiert.
Wieder einmal hat sich die gutbürgerliche AfD von ihrer besten Seite gezeigt.
Messer, Keulen und Doktoren – AfD
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Im folgenden dokumentieren wir den Text eines offenen Briefs der AGV an den Malzhaus e.V.

Offener Brief an den Malzhaus e.V.

Sehr geehrte Mitglieder des Malzhaus e.V.
am Mittwoch, den 14.05.2014 fand in Ihren Räumlichkeiten, genauer in der Galerie im Malzhaus, eine Wahlveranstaltung der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD) statt.
Neben Wahlplakaten mit Sprüchen wie „Mut zu Deutschland“ und „Einwanderung braucht klare Regeln“ waren im Vogtlandkreis auch Plakate mit „Frauke Petry kommt! Malzhaus Plauen“ zu sichten.
Wir finden die Entwicklung, dass einer Partei mit Inhalten, die zwar bürgerlicher als die der NPD daherkommen, sich mit diesen aber nahezu zu 100% überschneiden, in einem soziokulturellem Zentrum eine Plattform geboten wird, sehr bedenklich und fordern alle Mitglieder des Vereins, alle Gäste und zukünftige Mieter_innen, sowie Künstler_innen auf, sich kritisch mit dieser Veranstaltung, den Forderungen der AfD und den Vereinsstrukturen, welche diese Veranstaltung ermöglicht haben, auseinanderzusetzen.
Auf der Website des Malzhaus kann man den Satz „Soziokultur im Malzhaus fördert ein friedvolles multikulturelles Miteinander.“ lesen. Ob man nach diesem „Event“ dem Wahrheitsgehalt dieser Aussage Glauben schenken mag, bleibt fragwürdig. So fährt die AfD in keiner Weise den Kurs des friedvollen multikulturellen Miteinanders, sondern bezieht sich bei ihren Forderungen im Bereich der Asylpolitik auf das kanadische Vorbild, welches Menschen nach ihrer wirtschaftlichen Tauglichkeit klassifiziert und all denjenigen, die nicht ausreichend Wissen, Befähigung und Leistung in das Wirtschaftssystem einbringen können auch keinen Schutz gewährt. Es soll also nur noch „beruflich qualifizierten“ Migrant_innen ein Bleibe- und Arbeitsrecht eingeräumt werden. Diese Praxis ist zutiefst rassistisch und die Gründe für eine Flucht von Menschen aus ihrem Heimatland bleiben dabei absolut unbeachtet. All jene, welche dabei „uns Deutschen“ keinen Nutzen bringen, bleiben Naturkatastrophen, dem Hunger, dem Krieg, der Verarmung, Folter und dem Tod überlassen, ganz egal, inwieweit die westlichen Länder für diese Zustände verantwortlich sind.
Weiterhin steht fest, dass die AfD nationalistisches Gedankengut fördert. Sie hetzt gegen die EU, fordert „Mut zu Deutschland“ ein. Wohin ein verbreiteter Nationalismus gepaart mit einer schwierigen Wirtschaftslage in Deutschland führt, konnte man das letzte Mal Anfang der 90er Jahre erleben. Anstatt das Ganze zu hinterfragen, sucht man sich Minderheiten, in diesem Fall Migrant_innen, als den Ursprung allen Übels und verübt hierzulande kurzerhand Brandanschläge auf Asylbewerber_innenheime. Dass sich der Trend momentan in Deutschland wieder zu dieser rassistisch geprägten Grundstimmung in der Bevölkerung entwickelt, sollten die zahlreichen Bürgerinitiativen gegen bereits bestehende und geplante Unterkünfte, die im letzten Jahr wie Gras aus dem Boden sprossen, gezeigt haben. Zwei Vorzeigebeispiele gleich um die Ecke: Greiz und Schneeberg.
Es bleibt als festzuhalten, dass die Forderungen der AfD rassistisch, zutiefst regressiv und extrem gefährlich sind, auch wenn sich die Partei vielleicht einen bürgerlichen Anstrich gibt. Wenn man die Meldungen der letzten Tage aufmerksam verfolgt hat, zeigt sich ein ganz anderes Bild von der AfD, als das, was der Öffentlichkeit vermittelt werden soll. So schrecken AfD-Funktionäre und ihr Fußvolk nicht davor zurück, politische Gegner mit Schusswaffen, Messern und Baseballschlägern zu bedrohen oder diese Waffen sogar zum Einsatz zu bringen.
Dieses potentiell gewalttätige und gegensätzliche Meinungen nicht duldende Verhalten der AfD und ihrer Anhänger_Innen zeigte sich einmal mehr am vergangenen Mittwoch bei der Wahlveranstaltung der AfD im Malzhaus. Dort wurden Jugendliche pauschal auf Grund ihres Aussehens vom Einlass ausgeschlossen und zur Abgabe ihrer Personalien genötigt. Nachdem eine Gruppe von AfD-kritischen Menschen auf betont gewaltfreie Weise (mit Händen in den Taschen) den Zugang zum Eingangsbereich der Malzhaus-Galerie betreten hatte, setzte der Ordnungsdienst auf Eskalation. Dabei wurden seitens eines Security-Mitarbeiters Quarzsandhandschuhe (in Deutschland verboten) angelegt und die Gruppe schließlich unter Einsatz von Tritten und Faustschlägen abgedrängt. Währenddessen fiel die Security durch provozierendes verbales Verhalten (Zitat: „Los, habt ihr noch Bock?“) auf. Ein älterer Gast des Malzhauses wurde, nachdem er Kritik an der Veranstaltung äußerte, durch die Security geschlagen und dabei ernsthaft verletzt.
Wer der AfD oder anderen rechtspopulistischen oder rechten Parteien die Bühne freimacht, fördert gleichzeitig einen Rechtsruck der Gesellschaft. Wir können uns nicht vorstellen, dass dies im Sinne des Malzhaus e.V. ist. Wir begrüßen Ihre nachträgliche Distanzierung von der Veranstaltung – jedoch fordern wir Sie zu einer öffentlichen Positionierung auf, die sich nicht nur von der Art des Auftretens der Partei während der Veranstaltung distanziert, sondern sich kritisch mit den rassistischen und rechtspopulistischen Inhalten, die von der AfD vertreten werden, auseinandersetzt.

Mit freundlichen Grüßen,

Ihre AGV

Bildquelle: „Freie Presse“