Archiv für Oktober 2014

Wir dokumentieren hier die Pressemitteilung bezüglich der neuerlichen Übergriffe auf Geflüchtete in Plauen

Gemeinsame Pressemitteilung der Opferberatung für Betroffene rechtsmotivierter und rassistischer Gewalt des RAA Sachsen e.V. sowie der Gruppe Refugee Support Plauen

veröffentlicht am 07.10.2014

Plauen: Schwerpunktregion bei Angriffen auf Flüchtlinge im letzten Monat

Opferberatung erfasst in Plauen sieben Angriffe auf Flüchtlinge in den letzten vier Wochen.

Zehn Tage stationäre Behandlung in der Klinik waren die Folge eines Angriffes auf einen jungen Mann aus Nordafrika. Am 17.09.14 wurden ihm nach einem Besuch im „Malzhaus“ zahlreiche Stich- und Schnittverletzungen durch drei Männer zugefügt. Diese hatten ihn bereits im früheren Verlauf des Abends angesprochen, rassistisch beschimpft und bedrängt. Schlimmeres konnte zunächst durch couragierte Hilfe anderer Gäste verhindert werden. Bei einer erneuten Begegnung an diesem Abend stand der Betroffene den drei Angreifern jedoch allein gegenüber. Sie brachten den Nordafrikaner zu Boden und schlugen auf ihn ein.

Dies ist einer von insgesamt sieben Übergriffen auf Flüchtlinge, die sich in den letzten Wochen zwischen der Plauener Innenstadt und der Gemeinschaftsunterkunft in der Kasernenstraße ereignet haben. Zu zwei weiteren Vorfällen kam es erst vor wenigen Tagen. Am frühen Morgen des 01.10.14 wurde ein Asylsuchender in der Nähe des Seehauses und ein weiterer am Dittrichplatz mit einer Bierflasche am Kopf verletzt. Wobei einer von ihnen mit einen schweren Kopfverletzung im Krankenhaus stationär versorgt werden musste.

„Das sich die Übergriffe vor allem in unmittelbarer Nähe der Gemeinschaftsunterkunft in der Kasernenstraße ereignet haben, lässt die Vermutung stark werden, dass Flüchtlinge gezielt angegriffen werden.“ schätzt André Löscher, Mitarbeiter der Opferberatung das Vorgehen ein. „Die Angreifer verstehen sich möglicherweise bei der, seit einem Jahr stärker werdenden Hetze gegen die Aufnahme von Flüchtlingen, als Vollstrecker des Volkswillens.“

Die Gruppe „Refugee Support Plauen“, welche Flüchtlinge in Plauen unterstützt, fordert: „Was es nun braucht, ist Solidarität mit den Betroffenen, ein von Wertschätzung geprägtes Zugehen auf alle Asylsuchende. Es darf nicht sein, dass wie im Herbst 2011, als es ebenso zu einer Häufung von Angriffen auf Flüchtlinge kam, die Augen vor den Problemen verschlossen werden. Ein klares Signal der Plauener Bürger_innen gegen Rassismus und schnelle Ermittlungen durch die Polizei sind von Nöten.“

Wir wünschen den Betroffenen gute Besserung und alles Gute.

Break the silence- gegen jeden Rassismus

Hier noch zwei Veranstaltungshinweise:

Zum einen die Demo am 25.10 in Leipzig

Zum anderen die Soli-Reggae-Party am 10.10 um 21 uhr im Projekt Schuldenberg