Archiv für Dezember 2014

Greiz & Zeulenroda: Rassistische Zustände angreifen!

Bereits im Herbst 2013 machte in Greiz eine rassistische „Bürgerinitiative“, unter maßgeblicher Beteiligung von Alt- und Jungnazis aus Stadt und Umland, gegen Geflüchtete mobil. Am heutigen Freitag planen Nazis unter Federführung von David Köckert, NPD-Stadtrat mit Blood&Honour-Sozialisation und Altnazi Frank Rohleder (ehemals NPD-Bundesvorstand) erneut einen Aufmarsch in der ostthüringischen Kreisstadt, um gegen Asylbewerber*Innen zu hetzen. Antirassistischer Gegenprotest formiert sich. Doch auch im nahegelegenen Zeulenroda organisieren sich Rassist*Innen in einer Bürgerinitiative.

Während Blood&Honour-Veteran und NPD-Stadtrat David Köckert in Greiz inzwischen seine bürgerliche Maske fallen gelassen hat, greift in Zeulenroda unter dem Deckmantel „besorgter Anwohner und Gewerbetreibender“ die gleiche widerliche Hetze um sich. Als im Oktober diesen Jahres erste Gerüchte laut wurden, der Landkreis Greiz würde planen, in Zeulenroda eine Unterkunft für Geflüchtete einzurichten, eröffneten gleich zwei Facebook-Portale, die von da an dem „Volkswillen“ Ausdruck verleihen sollten. Nun lassen die Betreiber*Innen der Internetpräsenzen die Katze aus dem Sack: In den vergangenen Tagen wurden in Zeulenroda Flyer an Anwohner*Innen verteilt, die eine „Protestveranstaltung“ gegen die Aufnahme von Asylbewerber*Innen in Zeulenroda bewerben, welche am kommenden Montag um 18.30 Uhr in der Heinrich-Heine-Straße stattfinden soll.

Unter schwarz-rot-goldenem Pathos verbreitet die Facebook-Präsenz „Kein Asylantenheim für Zeulenroda“ mediale Schreckensmeldungen über angebliche „Ausländerkriminalität“ und schürt damit lokale Ressentiments: Eine „Asylflut“ werde über Zeulenroda hereinbrechen. Laut einer gemeinsamen Presseerklärung mit dem anderen Facebookportal „Bürgerfragen: Asylbewerberheim in Zeulenroda?“ sei das Ziel der Gruppen eine „sichere, friedliche und traditionsbewahrende Zukunft für Zeulenroda, Deutschland und ganz Europa“. Wie diese Zukunft aussehen könnte, steht dabei außer Frage: Ein reinrassisches-weißes Europa, über kulturelle und religiöse Zugehörigkeit definiert.

Die bürgerlich verpackte Propaganda der Internetpräsenzen unterscheidet sich schon auf den zweiten Blick wenig von David Köckert und der NPD Greiz, welche wiederum im Internet selbst kräftig die Werbetrommel für Zeulenroda rühren. Auf dem in Zeulenroda verteilten Flyer wird vor der rot-rot-grünen Landesregierung gewarnt, die einem „Asylantenstrom“ die Tür öffnen werde. Folge sei das „Erstarken des Islam“. Letztendlich bewirke dies den „Verfall unserer Werte, unserer Kultur, unserer Traditionen und somit unserer eigenen Identität“. Mehr völkisch-rassistische Scheiße auf einem Flyer ist kaum möglich.

Die weitere Entwicklung in Zeulenroda ist offen: Zwar hat die ostthüringische Kleinstadt bei weitem keine so hohe Dichte an organisierten Neonazis wie das nahe gelegene Greiz, dennoch ist eine Verschärfung rassistischer Mobilisierungen im gesamten Landkreis, so auch in Zeulenroda zu befürchten. Es bleibt zu hoffen, dass sich auch dort offensiver Widerstand gegen widerlichen Rassismus unter dem Deckmantel „besorgter Bürger*Innen“ organisiert.

Zuerst heißt es jedoch: Am Freitag dem 12.12.2014 auf nach Greiz. 17 Uhr am Markt – Rassist*Innen aus der Deckung holen!

[Update GREIZ 12.12.] Treffpunkt, Mobi- und Infoveranstaltung

Die antirassistische Kundgebung ist angemeldet! Treffpunkt ist 17 Uhr am Markt in Greiz! Achtung – die Nazis treffen sich ebenfalls am Markt, und zwar 17.30 Uhr.

Mittwoch, den 10.12. wird es im Projekt Schuldenberg in Plauen um 21:00 Uhr eine Infoveranstaltung zu der Demonstration „Gescheiterte Asylpolitik“ in Greiz und geplanten Gegenprotesten geben. Es wird nochmal näher auf Greizer Zustände zwischen 1991 und 2014, sowie den Anmelder der Demo und Greizer NPD-Stadtrat David Köckert eingegangen. Desweiteren informieren wir über die gemeinsame Anreise aus Plauen.

Falls ihr mit Hunger kommen solltet, wird es bei der VoKü ab 20:00 Uhr auch leckeren, vegangen Mampf geben. Also, erst das Bäuchlein vollschlagen, dann informieren und zwei Tage später den Rassist_Innen die Bühne nehmen.

Radio Corax – Ein Interview über Greizer Zustände

Vergangenen Donnerstag wurde bei Radio Corax ein Interview mit einem Sprecher der AGV über die Zustände in Greiz ausgestrahlt. Rechte Umtriebe im vogtländischen Hinterland, sei es auf sächsischer, thüringischer oder bayerischer Seite, sind weder zu leugnen noch kleinzureden. Solidarisiert euch am kommenden Freitag, den 12.12. mit den in Greiz lebenden Geflüchteten und macht besorgten Anwohner_Innen und Nazis klar, dass sie widerliche Rassist_Innen sind.

In diesem Sinne: Rassist_Innen aus der Deckung holen!

Wir bedanken und bei Radio Corax!

Corax-Interview

Den Originalen Radiomitschnitt findet ihr hier.