Archiv für März 2015

Mahngang Täterspuren

Ein historischer Stadtrundgang.

Am 10. April 2015 jährt sich die Bombardierung Plauens in der Endphase des zweiten Weltkrieges zum 70. Mal. Wir, ein Bündnis aus Antifaschist*Innen und zivilgesellschaftlich engagierten Menschen, wollen in diesem Jahr zum zweiten Mal durch einen Täterspurenmahngang auf die Rolle Plauens im Nationalsozialismus aufmerksam machen. Der Jahrestag der Bombardierung wurde in den vergangen Jahren bereits drei Mal durch Neonazis zum Anlass genommen, einen geschichtsrevisionistischen „Trauermarsch“ durchzuführen.
Doch auch in der Mitte der Gesellschaft finden sich Ansätze, die eine Relativierung der herausragenden Rolle der Stadt für den Aufstieg des NS-Regimes betreiben. Dies geschieht durch ein explizites Gedenken an die „deutschen Opfer“ unter Ausblendung der Verwicklung der Bevölkerung in Waffenproduktion, Verfolgung und Deportation.
Opfermythen verklären oder verharmlosen die deutsche Vergangenheit, deuten sie nach konservativ-nationalistischen Ideologien um und verhindern somit eine konstruktive Auseinandersetzung mit der Geschichte. In Zeiten von „PEGIDA“, wo auf Sachsens Straßen der Mob gegen Migrant*Innen hetzt und antisemitische, rassistische und nationalistische Versatzstücke mischt, ist eine offensive Gegenbewegung zu rechtem Gedankengut nötig. Eine kritische Thematisierung der deutschen Geschichte, auch hier vor Ort in Plauen, ist ein wichtiger Bestandteil dieser Auseinandersetzung.
Auch im Jahr 2015 werden wir wieder mit einem Geschichtsrundgang auf Orte aufmerksam machen, die im Kontext der Täter des NS-Regimes eine Rolle spielten.
Wir rufen am 10. April um 16 Uhr zum gemeinsamen Mahngang auf, der an der Friedensschule beginnt.

09.03. Aue: ERZGIDA aus dem Dorf jagen!

PEGIDA IN AUE STOPPEN!

Für Montag den 09. März hat der PEGIDA- Ableger „Pegida Chemnitz-Erzgebirge“ eine Demonstration in Aue angekündigt.

Unter dem Label „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (PEGIDA) finden seit geraumer Zeit immer wieder Aufmärsche mit bis zu 25.000 Teilnehmer_Innen in Dresden statt, wo die Bewegung ihren Ursprung hat. In vielen Städten trafen Versuche der Rassist_Innen auf massiven und zahlreichen Widerstand. Vielerorts wurden sie umzingelt und abgeschottet.

Die Veranstalter_Innen wollen nach außen nichts mit Neonazis gemein haben, die Realität sieht jedoch ganz anders aus. Neo-Faschist_Innen nehmen offen an diesen Aufmärschen teil und beteiligen sich etwa in Dresden auch an der Organisation, indem sie zum Beispiel Ordnerdienste übernehmen. Teilweise werden auf ihren Demonstrationen auch Parolen skandiert, die man bisher nur von Naziaufmärschen kannte.

Erst vor einer Woche, am Mittwoch dem 25.02.2015 marschierten Anhänger_Innen des Chemnitzer PEGIDA-Ablegers in das Rathaus ein. In Dresden wurde am Montagabend, dem 02.03.2015 ein Flüchtlings-Camp von gewaltbereiten Hooligans und Neonazis angegriffen und Parolen wie „Deutschland den Deutschen“ und „Ausländer raus“ gebrüllt. Eine Beruhigung der Situation ist noch nicht in Sicht. Bundesweit formieren sich in immer mehr Städten Ableger des Dresdner Vorbildes, Flüchtlingsunterkünfte werden angegriffen, geflüchtete Menschen auf offener Straße beleidigt und bedroht, vereinzelt kam es bereits zu Brandanschlägen. Rassismus ist wieder massentauglich geworden und es gilt, sich ihm entschlossen in den Weg zu stellen. Hoyerswerda und Lichtenhagen dürfen sich nicht wiederholen!

Pogrome verhindern bevor sie entstehen!
Rassismus bekämpfen!
Kein Mensch ist illegal!

Treffpunkt: 18 Uhr am Altmarkt, Aue.
Antifa Erzgebirge