Beiträge von Antifa Plauen

2.11 Schneeberg : Refugees welcome!

2.11 Schneeberg

Gegen den rassistischen Mob in Schneeberg und überall!
Am Abend des 19. Oktober zog eine Demonstration aus Bürger_Innen, organisierten und unorganisierten Nazis durch die sächsische Stadt Schneeberg, um gegen eine Erstaufnahmestelle für Asylsuchende zu protestieren. Angaben über die Größe des „Lichtellauf“ genannten Fackelmarsches schwanken zwischen 800 und 1500 Teilnehmer_innen. Doch die tatsächliche Größe des Aufmarsches spielt im Grunde genommen gar keine Rolle. Viel zu viele Bürger_innen und Nazis – Schwestern im Geiste – zogen Seite an Seite nachts durch die Straßen um mit der symbolischen Fackel in der Hand, keinen Zweifel daran zu lassen, zu welchen Untaten sie bereit sind. Wir sind entsetzt und wütend!

Doch wir werden nicht tatenlos zusehen, weil wir nicht warten dürfen, bis sich das Unfassbare wiederholt. Weil wir nicht warten dürfen, bis die Rassist_innen ihren Worten Taten folgen lassen, und der Hass wieder in Gewalt umschlägt. In diesem Moment ist es die verdammte Pflicht eines jeden Menschen, der auch nur einen Funken Anstand in sich trägt, sich schützend vor jene zu stellen, die mit der Fackel bedroht werden. Und es ist unsere Pflicht all jene mit allen Mitteln in die Schranken zu weisen, die mit verachtenswertem Hass geistige oder tatsächliche Feuer legen. In Rackwitz. In Berlin-Hellersdorf. In Greiz. Und jetzt auch in Schneeberg!

Es ist schlimm genug, dass die gängige Praxis, Asylsuchende auf entlegene Orte zu schaffen, nur vereinzelte und deshalb leise Kritik nach sich zieht. Dabei ist es genau diese Praxis, die – in den Amtsstuben erdacht- verhindern soll, dass sich andere Menschen mit den Geflüchteten solidarisieren, sich mit ihnen anfreunden, ihnen ein anständiges Leben ermöglichen. Stattdessen ist es vielleicht gewünschter, mindestens aber geduldeter Nebeneffekt, dass die Bevölkerung vor Ort sich gegen die Heimbewohner_innen wendet und im schlimmsten – dem Schneeberger Fall – zur Fackel greift und zur Tat schreitet. Die Menschen, die in der Schneeberger „Jägerkaserne“ unter menschen- unwürdigen Bedingungen leben müssen, und gegen die sich der Protest richtet, sind also nicht allein. Sie teilen das Schicksal mit Geflüchteten in ganz Deutschland. Doch was derzeit in Schneeberg geschieht hat eine besondere Qualität. Hinter der Initiative „Schneeberg wehrt sich“ stecken führende NPD-Kader aus der Region. Auf Facebook verbreitet die mitt lerweile fast 3.000 Mitglieder starke Gruppe Gerüchte und Lügen, die in erschreckender Weise an die 1992 verbreiteten „Geschichten“ um die ZAST in Rostock-Lichtenhagen erinnern. Gleichzeitig brüstet sich die Gruppe damit einen Bürgerentscheid herbeiführen zu wollen. So gelang es der NPD und den anderen Rassist_innen die Ressentiments der Menschen vor Ort zu bedienenund sich gleichzeitig als friedliebende, demokratische und besorgte Bürgervereinigung zu inszenieren. Dass sich die Initiative mittlerweile gar nicht mehr darum bemüht das Offensichtliche zu verheimlichen und sich die Schneeberger Bürger_innen immer noch nicht von der Gruppe um die NPD-Nazis Stefan Hartung und Rico Illert distanzieren, ist entlarvend. Denn wenn Nazis den Bürgerentscheid fordern und sich für die Demokratie stark machen, dann nur, weil sie den rassistischen Mob hinter sich wissen.

Für den kommenden Samstag hat die NPD nun einen neuerlichen Fackelmarsch angemeldet und es ist zu erwarten, dass sich noch mehr Rassist_innen und Nazis zusammenfinden werden, um ihr menschenverachtendes Weltbild auf die Straße zu tragen. Für uns heißt es deshalb, sich dem Schneeberger Treiben entgegenzustellen und unsere Solidarität mit den Geflüchteten deutlich zu machen. Um Schlimmeres zu verhindern. Weil Rostock nicht vergessen ist!

Deshalb fordern wir die dezentrale Unterbringung aller Asylsuchenden und ein Bleiberecht für Alle! Die bundesweite Abschaffung der Residenzpflicht, des Arbeitsverbots und des Gutscheinzwangs. Ein Ende der Kriminalisierung von Antirassist_innen und der Solidaritätsarbeit. Eine deutliches Zeichen der Solidarität mit allen Geflüchteten und Schluss mit der rassistischen Hetze!

Samstag, 02.11.2013, 16:30 Uhr
Antirassistische Demonstration
Hundshüblerstr. Ecke Eibenstockstr.
Schneeberg/ Sachsen

-- Haltet euch über mögliche Änderungen und gemeinsame Anfahrtswege auf dem Laufenden --

Quelle: http://de.indymedia.org/2013/10/349736.shtml

[Plauen] Antirepressionsworkshop & Kino

Wir möchten euch folgende Veranstaltungen nicht vorenthalten:

- das Infoladenkollektiv Plauen veranstaltet am Donnerstag dem 10.10.2013 ab 17 Uhr einen Antirepressionsworkshop (Thema: „Wie verhalte ich mich bei Polizeirepression?“, „Wie verhalte ich mich auf Demos?“). Im Anschluss wird es eine Filmvorführung geben. Ort ist Infoladen „Tierra y libertad“, Projekt Schuldenberg, Thiergartner Straße 4.
- am Freitag dem 11.10.2013 ist internationaler Tag gegen die Todesstrafe. Aus dem Grund wird im Infoladen Plauen ein Film zum politischen Gefangenen Mumia Abu Jamal gezeigt. Start ist 20.30 Uhr , Ort wieder Infoladen „Tierra y libertad“, Projekt Schuldenberg, Thiergartner Straße 4.

Gegen den Naziaufmarsch am 17. Juni 2012 in Dresden

17.06 Dresden
Die Arbeiter haben kein Vaterland!

Dieser Satz aus dem Manifest der Kommunistischen Partei von Karl Marx und Friedrich Engels (1) passt am 17.06. wie die Faust aufs (Nazi-)Auge. Er ist die Antwort auf den Vorwurf, die Kommunist_innen wöllten die Nationalität und das Vaterland abschaffen. Denn den Arbeiter_innen, könnte nicht genommen werden, was sie sowieso nicht hätten, so Marx und Engels. In ihrer Vorstellung würde der Staat von selbst absterben und die Nation unnötig werden, wenn die Arbeiter_innen sich erheben und die Macht in allen Staaten inne haben. Für uns ist das nicht genug: die Abschaffung von Staat und Grenzen ist für uns kein bloßer Schritt oder einfache Folge, sondern erklärtes Ziel, eine hierarchielose Gesellschaft, frei von Zwängen ist nicht mit einem Staatensystem möglich. Dieser Staats-Kommunismus gilt spätestens nach dem Verfall des Ostblocks als gescheitert. Das ist auch gut so, wir denken nicht, dass durch Parteien die Revolution ausgelöst wird oder auch nur wesentliche Änderungen durchgesetzt werden können. Durch die hierarchische Stellvertreter_innenpolitik, entgegen eines Konsensprinzips innerhalb der Parteien, entstehen starke Machtinteressen. Zur Durchsetzung dieser entfernen sich die Parteispitzen schnell von ihrer Basis. Um mitzuregieren überwerfen Parteien regelmäßig ihre Grundsätze und wirken somit den Idealen einer befreiten Gesellschaft entgegen. Beispielhaft hierfür ist der Bau von Abschiebeknästen von einer Rot-Roten-Regierung oder von Kohlekraftwerken durch die Grünen.(2) Für uns ist klar, dass die Änderungen, die wir wollen, nicht in Parlamenten entschieden werden, sondern erkämpft werden müssen. Zurück zum Ausgangspunkt: dennoch ist dieses Zitat treffend, um deutlich zu machen, wie weither geholt die Interpretation des 17. Juni ist, welche im Aufruf für den diesjährigen Naziaufmarsch, organisiert von Netzwerk Mitte und NPD, zu finden ist. Schnell ist heraus zu lesen was mit dem „Grundanliegen der Arbeiter, dem Ruf nach Freiheit und Selbstbestimmung“ nach Ansicht der Nazis gemeint sein soll: eine Nationale Souveränität. Eine Verbindung in die Gegenwart und eine Gleichsetzung der Bestrebungen der Nazis erfolgt, in dem sich über Deutschlands „Kompetenzabtretung an die EU“ brüskiert wird, seine Rolle innerhalb der EU dabei völlig außer Acht lassend. Dies steht tatsächlich aber in keinem Verhältnis zu den Forderungen der aufständischen Arbeiter_innen von 1953. Diese kämpften für eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lebensbedingungen, wie einer Preissenkung beim Grundbedarf. Die politischen Forderungen drehten sich um eine Organisierung und Demokratisierung von Parteien und Gewerkschaften von unten, freie und geheime Wahlen und den Sieg der Arbeiter_innen. Von Freiheiten im Sinne eines Nationen-Konstruktes ist dort nichts zu finden und entspringt schließlich nur den Vorstellungen der Nazis. Wir bleiben also dabei: „Die Arbeiter haben kein Vaterland!“.

Organize!
Wenn wir unsere Vorstellung von einer besseren Gesellschaft durchsetzten wollen, dann brauchen wir dazu eine starke Bewegung. Diese entsteht nur dann, wenn sich die Menschen organisieren. Ob in Lesekreisen, Hausprojekten, Kiezinitiativen, Basisgewerkschaften wie der FAU oder eben in Antifagruppen. All dies ist ein Schritt in die richtige Richtung auf dem Weg hin zu einer Gesellschaft ohne Grenzen, Nazis, Sexismus und der ganzen andern Kotze die uns täglich unterdrückt. Auch bleibt das Streben nach dieser Gesellschaft wichtigster Bestandteil linker Subkultur. In dieser Gegenkultur beginnen wir zu zeigen wie das Zusammenleben besser funktionieren kann und probieren unsere Vorstellungen aus. Die Orte in denen das passiert bezeichnen wir zumeist als linke oder als Freiräume. Es sind AZ’s, Kneipen, Hausprojekte oder einfach nur Läden. Wie von allem Guten gibt es in Dresden und überall davon viel zu wenige. Die Schaffung und Aufrechterhaltung ist und bleibt eines der wichtigsten Ziele einer sich links oder Antifaschistisch verstehenden Bewegung. Diese Freiräume sind ständig bedroht, sei es durch fehlende Mittel, Räumungen oder eben auch durch brutale Angriffe von Nazis. Genau diese sind es auch, die entweder mit Anzug und Krawatte, im geklauten Autonomen Look oder sonst wie die größte Bedrohung darstellen. So versuchte die NPD durch eine Anfrage im Landtag im letzten Jahr das Hausprojekt Praxis zu diffamieren. Auch scheint sich die Staatsanwaltschaft Dresden nur durch Druck von oben überhaupt zu zucken: so arbeitet die eigens eingerichtete Soko19/02 mit teilweise nicht ganz legalen Mitteln(3) im Akkord gegen Blockierer_innen und andere Antifaschist_innen, während es beim Angriff auf die Praxis am 19.02.2011 noch immer keine Fortschritte zugeben scheint, trotz umfassenden Videomaterials und Identifizierungen im Internet(4). Dass die Polizei kein Interesse daran hat, Projekte wie die Praxis zu schützen, zeigte sich bereits am Angrifftag selbst, als wenige hundert Meter entfernt eine Einheit Prügel-Bullen untätig bleibt und sich die anwesende Polizei auf das Regeln des Verkehrs beschränkte. Während auf Linke und andere “Störenfriede” auch grundlos scharf geschossen wird, wie die Traurigen Beispiele von Alexandrios und Dennis J. (5) zeigen, greift die Polizei angesichts eines solchen Angriffes überhaupt nicht ein. Das wir die Polizei nicht als unseren Freund und Helfer sehen können, zeigen unter anderen auch die Verstrickungen des VS in die NSU-Morde. Zu deren Aufklärung ist von den Gremien wenig zu erwarten, so sitzt im Sächsischen NSU-Ausschuss ein NPD-Abgeordneter, mit wohl gemerkt mindestens 10 Stimmen von anderen Parteien, zwei weitere erhielten stellvertretende Posten mit sogar 14 „Fremd“-Stimmen.(6)

Und die Repression?
Unsere einzige Möglichkeit scheint es zu sein, den Antifaschistischen Selbstschutz zu organisieren. Hier ist der Staat schon bei dem kleinsten Ansatz zur Stelle und will zerschlagen was er sich herbei konstruiert. So razzen die Bullen pausenlos bei Linken unter anderem mit Hilfe des §129., einer kriminellen Vereinigung, die es nur in den Köpfen ermittelnder Beamt_innen zu geben scheint. Und was macht der Staat angesichts einer grauenvollen Mordserie? Erst mal nichts. Stattdessen wird über ein Verbot der NPD nachgedacht. Dass sich Nazis nach Verboten nicht in Luft auflösen und Verdeckte Ermittler_innen nicht immer die Wahrheit sagen, scheint spätestens seit der NSU nur noch den staatlichen Organen nicht klar zu sein. Mit genau solchen Verboten versuchen Städte und Gemeinden auch immer wieder Nazis davon abzuhalten, aufmarschieren, was nur selten gelingt. Wenn Faschos dann trotzdem kommen, fällt den meisten nicht mehr ein, als ein Bockwurstfest zu veranstalten, à la „Bunt statt Braun“. Solche symbolischen Aktionen sind fürn Arsch, das sollte langsam offensichtlich sein. Es ist aktiver Protest, vor dem die Nazis zurückschrecken, gezeigt wird dies durch alle erfolgreichen Blockaden, dezentralen Aktionen etc. der letzten Jahre: ob in Neuruppin, Berlin, Hamburg oder eben auch in Dresden. Überall waren es Aktionen von Menschen, die keine Lust mehr haben, sich diktieren zulassen, wie sie gegen Nazis vorgehen sollen!

Nazis stoppen bleibt Handarbeit!
Es ist wichtig, die Nazis aufzuhalten. In der brauen Hochburg Sachsen ist Dresden nur eine Stadt wie viele andere. Nachdem der Großaufmarsch von Dresden drei mal in Folge verhindert wurde, suchen die Nazis andere sichere Aufmarschplätze. Gedenkmärsche schießen in der BRD wie Pilze aus dem Boden, Plauen und Chemnitz sind nur zwei Beispiele aus Sachsen. Dass sie Dresden nicht verloren geben wollen, zeigt unter anderem der 17. Juni. Bei den meisten Nazidemos versuchen sie dabei, an bestehende Gedenkrituale anzuknüpfen. Wie bis vor einigen Jahren zum 13. Februar, hat die Stadt hier wieder kein Problem, mit Nazis zusammen eine Gedenkveranstaltung abzuhalten. Ähnlich wie am 13. Februar versuchen die Nazis, dort ihre Wahrheit zu präsentieren, so wurde in den letzten drei Jahren ein Arbeiter_innenaufstand ganz schnell zum Volksaufstand und versucht somit die eigene Vergangenheit zu vertuschen. Die Gleichschaltung der Gewerkschaften im NS ist da schnell vergessen. Es sei hier darauf hingewiesen, dass es in der DDR faktisch auch kein Streikrecht gab und die Arbeiter_innen allen Grund zur Revolte hatten. Trotzdem hinkt der Vergleich von DDR und NS-Staat, wie ihn die Extremismus-Doktrin gern herbei zieht. Aber dass mensch in Sachsen kein Problem hat, die Befreier_innen von Auschwitz mit den Erbauer_innen gleich zu setzen ist Realität und zeigt sich im Sächsischen Versammlungsgesetz, in dem kommunistische Verherrlichung genau so verboten ist, wie die Verherrlichung des Nationalsozialismus. Es ist an uns, das aufzuhalten, was längst schon wieder ins Rollen gekommen ist. Die Öffentlichkeit solcher Nazidemos können wir nicht tatenlos hinnehmen. Solche Demos sind immer identitätsstiftendes Moment und Möglichkeit zur Vernetzung für die Nazis. Aber damit nicht genug: es ist auch für uns die Möglichkeit zu demonstrieren, wie mit Nazis umgegangen werden sollte und dass wir unsere Vorstellung davon auch auf der Straße durchsetzen. Deshalb rufen wir zur Blockade des Aufmarsches auf! Organisiert Euch in Bezugsgruppen, um schnell und koordiniert vorgehen zu können. Also raus auf die Straße und lasst uns zeigen, was wir von Nazis und Repressionen halten!

Kein Fußbreit den Faschisten:
Nazigruppen zerschlagen, §129 abschaffen!

(1) vgl. Manifest der Kommunistischen Partei Seite 17
(2) http://www.taz.de/!71519/
(3) http://www.taz.de/!77840/
(4) https://linksunten.indymedia.org/node/34151
(5) http://killedbycops.blogsport.de/2008/12/06/6-dezember-2008-alexandros-grigoropoulos/ und killedbycops.blogsport.de/2008/12/31/31-dezember-2008-dennis-j/
(6) http://endstation-rechts.de/index.php?option=com_k2&view=item&id=7089

[Plauen] Naziaufmarsch am 14.04. – Protest unerwünscht

Hintergründe
Am 14.04.2012 plant die lokale Kameradschaft „RNJ Vogtland“ bereits zum zweiten Mal die Durchführung eines Trauermarsches unter dem Motto „Im Gedenken an die deutschen Opfer“. Im ersten Durchgang konnten am 16.04.2011 etwa 120 Nazis weitestgehend ungestört durch Plauen marschieren. Nach den allseits bekannten jährlichen Naziaufmärschen in Dresden und Chemnitz sieht sich damit seit vergangenem Jahr mit Plauen eine weitere Stadt in Sachsen mit dem geschichtsverdrehenden Jammern gedenkwütiger Nazis konfrontiert. Seit dem ersten Trauermarsch hat die noch relativ junge RNJ scheinbar an Aufwind gewonnen und ist besonders im vogtländischen Hinterland zwischen Rodewisch, Auerbach, Ellefeld und Falkenstein sehr präsent. Offensichtlich unterhält sie gute Kontakte zum „Freien Netz Süd“, zum „Freien Netz Erzgebirge“ und zu diversen anderen Kameradschaften wie der KAL (Kameradschaft Aachener Land) und dem „Aktionsbüro Mitte“. Ebenfalls sind personelle Überschneidungen mit lokalen NPD-Strukturen zu verzeichnen. Sowohl die Antifaschistischen Gruppen des Vogtlandes (AGV) als auch das „Aktionsbündnis Vogtland gegen Rechts“ mobilisieren unterdessen zu Blockaden, um in diesem Jahr den Naziaufmarsch zu verhindern. (1) (2)

Das Schweigen der Provinzfürsten
Bereits im Jahr 2011 war der Umgang der öffentlichen Stellen der Stadt Plauen mit dem Naziaufmarsch von Ignoranz und Unkenntnis geprägt. Nachdem die wenigen Blockadeversuche mit Hilfe eines riesigen Polizeiaufgebots erstickt wurden, konnten etwa 120 Nazis weitestgehend ungehindert zuerst an der ehemaligen Synagoge vorbeimarschieren, anschließend ein Viertel passieren, in dem 1939 besonders viele Deportationen jüdischer BürgerInnen stattgefunden hatten, und schließlich eine Zwischenkundgebung in Sicht- und Rufweite der ehemaligen Synagoge abhalten (3). Mehr staatlich geduldeten und geschützten Geschichtsrevisionismus kann sich selbst ein phantasievoller Mensch nicht vorstellen. Bereits vor der Nazidemonstration war es zu einem Eklat gekommen – nachdem die RNJ Vogtland auf der jährlich stattfindenden städtischen Gedenkveranstaltung auf dem Plauener Hauptfriedhof eine schwarz-weiß-rote Flagge niedergelegt hatte, ließ es sich Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer nicht nehmen, vor eben dieser Flagge das Gedenken durchzuführen. Das Bild des Bürgermeisters vor der Reichsflagge erschien tags darauf in sämtlichen Lokalzeitungen und löste vor allem Spott und Verwunderung aus – eine ernsthafte Diskussion der städtischen Gedenkpraxis blieb dem Bürgermeister jedoch erspart.
Hätten leicht naive Geister noch Hoffnungen auf einen Lerneffekt seitens der Stadt und Oberbürgermeister Oberdorfer gehofft, dürften sie nun im Jahre 2012 bitter enttäuscht worden sein. Von Beginn an forcierten konservative Lokalpolitiker gemeinsam mit dem Ordnungsamt eine Taktik der Täuschung, Vertuschung und Verharmlosung im Hinblick auf den bevorstehenden Naziaufmarsch. So dementierte Oberdorfer wider besseres Wissen bis vor wenigen Wochen im Stadtrat die Tatsache, dass überhaupt eine Nazianmeldung für den 14.04.2012 vorliegen würde. Als der genannte Sachverhalt nicht mehr zu leugnen war, sprach sich Oberdorfer beim eigens gegründeten „Runden Tisch gegen Rechtsextremismus“ für eine räumlich klar getrennte Gegenveranstaltung, welche am besten noch an einem anderen Tag stattfinden solle, aus. Mittlerweile ist bekannt, dass die von offizieller Seite beworbene „Protest“-Veranstaltung am 14.04.2012 ab 11 Uhr auf dem Altmarkt stattfinden wird – mehrere hundert Meter von der Naziroute entfernt. (4) Hingegen wurden verschiedene Gegenkundgebungen und –demonstrationen, welche in unmittelbarer Nähe der Naziroute verlaufen sollten, durch das Ordnungsamt verboten oder in entferne Stadtgebiete verlegt. Dass eine politische Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit Plauens unerwünscht ist, zeigt eine weitere aktuelle Begebenheit: angeblich um „rechten Störern“ kein Podium zu bieten, wurde ein Geschichtsvortrag des Historikers Mike Schmeitzner über den aus Plauen stammenden NS-Gauleiter Martin Mutschmann auf Weisung des Oberbürgermeisters aus dem Rathaussaal verbannt und musste an einem Ersatzort stattfinden. (5)

Protest? Aber bitte mit Vorsicht.
Der eilig ins Leben gerufene „Runde Tisch gegen Rechtsextremismus“, an dem sich Parteien- und Kirchenvertreter die Klinke in die Hand geben, ist als ein Versuch zu werten, den Protest gegen den Naziaufmarsch in geordnete Bahnen zu lenken, Blockaden zu diffamieren und das Lager der Protestierenden in „gut“ (demokratisch) und „böse“ (linksextremistisch) zu spalten. Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit den ideellen Überschneidungen von Nazis und städtischer Gedenkpolitik soweit ein konsequentes Entgegentreten gegen den Aufmarsch der RNJ wird als störend empfunden und in Ansätzen mit der Vereinnahmung des Protests unterbunden. Mit Hilfe des „Runden Tischs“ schafft sich die lokale Elite um Oberdorfer, CDU und FDP ein Podium, um sich als „wahre Demokraten“ zu stilisieren, welche die Stadt Plauen sowohl vor Nazis als auch marodierenden Autonomen bewahrt.

Dennoch gilt für uns nach wie vor – den Naziaufmarsch am 14.04.2012 stören, blockieren und verhindern!

(1) Aufruf der antifaschistischen Gruppen des Vogtlandes
(2) Überblick über Mobiveranstaltungen
(3) Die Plauner Synagoge an der Ecke Senefelder Straße / Engelstraße wurde am 9.11.1939 während der Pogromnacht niedergebrannt.
(4) Quelle: Move Vogtland
(5) Quelle: Move Vogtland

Naziaufmarsch 5.März Chemnitz blocken!!


Am 5. März letzten Jahres versuchten hunderte Menschen den Naziaufmarsch zum Jahrestag der Bombardierung von Chemnitz 1945 aufzuhalten. Gegendemonstrant_innen oder Personen, die nur den Verdacht der Opposition erweckten, sahen sich daraufhin mit körperlichen Übergriffen und Repressalien konfrontiert; Gerichtsprozesse folgten. Betroffene von Polizeigewalt, die juristisch gegen Beamt_innen vorgingen, wurden sofort mit Gegenanzeigen überzogen. Die Auseinandersetzung in der Stadt kulminierte in der Forderung nach Besonnenheit und Ordnung, um im nächsten Jahr einen störungsfreien Ablauf des Naziaufmarsches gewährleisten zu können. Die Kritik am Polizeieinsatz verhallte konsequenzlos und wurde ausgesessen.
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Samstag 25.02. Den rassistischen Konsens brechen – Dessauer Verhältnisse angreifen!



Aufruf zur überregionalen Antira-Demo am 25.02. in Dessau

Eigentlich stellt sich die Situation in Dessau dar, wie sie in einer mittelgroßen, ostdeutschen Stadt zu erwarten ist: Tief in der Bevölkerung verankerter Rassismus und Nationalismus, eine zwar kleine und intellektuell bemitleidenswerte, aber organisierte Neonaziszene mit fließendem Übergang zu rechtslastiger Jugendkultur, homophobem Mackergehabe, Stammtischnazis und einem rechtsdominierten Fußballverein, ein NPD-Stadtrat, überforderte Behörden, rassistische Polizeibeamte, einige gutwillige „Zivilgesellschafter“, viele „Extremismus“-Bekämpfer, ein paar Student_innen, ein „Ausländer“-Anteil von knapp 2 %, eine kommerzialisierte, „alternative“ Kulturszene und eine marginalisierte, radikale Linke. So weit, so schlecht. Und zweifelsfrei genug Grund für eine Demo.
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6000 BlockiererInnen machen Trauermarsch zur Lachnummer

1200m – Lachnummer statt Trauermarsch der GeschichtsrevisionistInnen

Am späten Abend versammelten sich die letzten BlockiererInnen auf dem Postplatz um noch einmal den Erfolg des Tages zu feiern. Zuvor hatten tausende von Ihnen an mindestens zwei dauerhaften Blockadepunkten dafür gesorgt, dass die Nazis nur eine Minirunde laufen konnten. Gegen 16 Uhr gelang es Menschen, die sich vom Mahngang „Täterspuren“ gelöst hatten und DemonstrantInnen, die sich am Schützenplatz vor dem Gewerkschaftshaus versammelt hatten, den Platz Freiberger Straße / Ammonstraße vor dem World Trade Center zu besetzen.
Gegen 17.30 gelang es anderen BlockiererInnen auf den vorher von der Polizei abgeriegelten Sternplatz zu gelangen. Verstärkung erhielten sie von etwa 2000 DemonstrantInnen, die sich aus der Menschenkette lösten. Die Polizei verlagerte daher die Absperrungen und gestand den Nazis eine Route von 1200m zu, die in einer halben Stunde abgelaufen war.
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Trauern? Nicht mit uns! Naziaufmarsch am 14.04 verhindern

Am 14. April 2012 planen regionale Nazis bereits zum zweiten Mal in Folge die Durchführung eines sogenannten „Trauermarsches“ im vogtländischen Plauen. Als veranstaltende Gruppe tritt dabei die RNJ („Revolutionäre Nationale Jugend“) auf – eine hauptsächlich im vogtländischen Hinterland aktive Neonazikameradschaft mit guten Kontakten zum „Freien Netz“.
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Wir unterstützen: Gedenkkundgebung zur Befreiung des KZ Auschwitz

Am 27. Januar 2012 jährt sich die Befreiung des KZ Auschwitz-Birkenau durch die Rote Armee zum 67. Mal. Wie kaum ein anderer Ort steht Auschwitz für die industriell geplante und von breiten Teilen der deutschen Bevölkerung mitgetragene Vernichtung mehrerer Millionen Juden/Jüdinnen. Zudem wurden in Auschwitz auch Sinti und Roma, polnische Staatsangehörige und sowjetische Kriegsgefangene ermordet.
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[Plauen] NPD-Kundgebung am kommenden Samstag angreifen!

Am kommenden Samstag (dem 29.10.) plant die NPD eine Kundgebung im Plauener Stadtzentrum. Angekündigte Redner sind Holger Apfel (NPD-Landesvorsitzender Sachsen), Jens Baur (NPD KV Dresden) und Maik Scheffler (Delitzsch, aktiv im Freien Netz).
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